(und wann wir genauer hinschauen sollten)
Hallo liebe Hundefreunde,
kennt ihr das auch? Man steht geschniegelt bereit, Hundejacke in der Hand, innerlich schon bei „Wir müssen los, ich muss arbeiten“ –
und der Hund so:
„Moment. Erst Yoga🧘🏼♀️.“
Mia streckt sich, seufzt, hebt den Popo in die Luft, macht den Rücken lang – als würde sie ihren Körper einmal komplett hochfahren. Und ich sitze daneben wie ein ungeduldiger Mantel-Animateur.
Aber:
Warum machen Hunde das? Ist das normal? Ist das ein steifer Morgenkörper? Oder kann das sogar ein Hinweis auf Schmerzen sein?
1) Was genau sehen wir da? Zwei ähnliche Bewegungen – aber völlig unterschiedliche „Sprache“ 🐕
Man könnte meinen:
Hund streckt sich halt.
So wie wir Menschen morgens einmal die Arme nach oben reißen, gähnen und hoffen, dass der Tag von allein vorbeigeht.
Aber bei Hunden ist das Strecken manchmal Körper, manchmal Sprache – und manchmal beides gleichzeitig. Und genau da fängt unser Detektivspiel an.
Denn:
Es gibt zwei Bewegungen, die sich fast gleich sehen – aber komplett anders gemeint sein können.
👨🏼🔬 Was sagt die Wissenschaft?
A) Der 🛌🏼 Aufwach-Stretch:
„Systemstart in Zeitlupe.“
Wenn Hunde nach dem Liegen oder Schlafen aufstehen, dehnen sie oft mehrere Muskelketten auf einmal:
Brust/Schulter, Rückenlinie, Hinterhand. Das ist wie ein kleines „Warmwerden“ – Durchblutung ankurbeln, Gewebe in Bewegung bringen, Körper einmal sortieren.
Das passt auch zu dem, was man aus dem Sport- und Reha-Bereich kennt:
Warm-up verändert bei Hunden messbar die Muskelaktivität bzw. Effizienz -
also:
der Körper arbeitet danach „besser“.
(Und ja, Mia ist dann im Prinzip ein Malteser mit eingebautem Warm-up-Programm. Ob ich will oder nicht.)
B) Der Play Bow:
„Alles, was jetzt passiert, ist Spiel!“
Und dann gibt es diese berühmte Haltung:
vorne runter – hinten hoch.
Sie sieht aus wie Dehnen, ist aber oft ein kommunikatives Signal:
„Hey, ich meine es spielerisch. Keine Diskussion. Keine Missverständnisse.“
In der Forschung wird das als eine Art Meta-Kommunikation beschrieben – also Signale, die helfen, Spiel von Ernst zu trennen und Missverständnisse zu vermeiden.
Und das ist so ein Hundeding:
Sie benutzen Körpersprache nicht nur, um sich zu bewegen – sondern um die soziale Stimmung zu „markieren“.
👩🏼⚕️ Was sagen Tierärzte?
Tierärzte sehen das grundsätzlich entspannt – wenn es in den passenden Kontext gehört.
-
Streckt der Hund sich nach dem Aufstehen → meistens völlig normal.
-
Macht er diese Haltung aber häufig, unruhig oder zusammen mit Magen-Darm-Symptomen → dann wird es interessant.
Denn dieselbe „vorne runter – hinten hoch“-Position kann (in anderem Kontext) auch die sogenannte Gebetshaltung/Prayer Position sein – ein Hinweis auf Bauchschmerz.
Und hier kommt der wichtigste Tierarzt-Satz überhaupt:
👉 Nicht die Haltung allein ist das Problem – sondern der Zusammenhang.
Wenn dazu kommt:
Erbrechen, Durchfall, Unruhe, gekrümmter Rücken, Bauch hart/angespannt – dann ist das kein „Yoga“, sondern eher „bitte hinschauen“.
🧑🏼🦰Was sagen Hundetrainer?
Trainer schauen weniger auf die „Form“ – sondern auf das Drumherum:
-
Weicher Blick, wackeliger Körper, wedelnd, leicht hüpfend → eher Spielsignal.
-
Langsam, gähnend, nach dem Aufstehen, ruhig → eher Körperstretch.
-
Immer wieder, angespannt, mit Wegdrehen/Lecken/Schnüffeln → kann Stress, innerer Konflikt oder Unwohlsein sein.
Und jetzt kommt ein spannender Trainer-Blick 👀 :
Manche dieser Dinge zählen auch zu sogenannten Übersprungs-/Displacement-Verhalten:
Der Hund macht etwas „Out of Context“, um sich selbst zu regulieren. Dazu gehören z. B. Gähnen, Schütteln, Kratzen – und eben manchmal auch Strecken.
Heißt auf Deutsch:
Der Hund drückt kurz auf „Reset“, weil innen gerade zu viel los ist.
Unsere Erfahrung mit Mia 🐶
Und jetzt Mia.
Bei Mia ist das morgens oft wie eine komplette Zeremonie:
Sie liegt da, als wäre sie aus Beton gegossen.
Dann kommt ein leises „Ufff“, dann wird erst die Vorderseite langgezogen, dann die Rückseite, dann der Popo hoch –
und ich stehe mit dem Mantel daneben und fühle mich wie die ungeduldige Animateurin im All-Inclusive-Hotel:
„So. Und jetzt gehen wir raus. Hallo? Mia? …Mia??“
Tagsüber ist es wieder anders:
Da macht sie manchmal dieses „vorne runter“-Ding mitten im Alltag –
und da sieht man dann oft:
Ist sie gerade aufgedreht? Will sie spielen? Oder war es einfach ein kleiner Körper-Reset?
Und genau da hilft der Detektivblick 🕵🏼 :
Was war direkt davor? Was kommt direkt danach?
Wenn danach alles normal ist:
meistens harmlos.
Wenn sie danach weiter „komisch“ wirkt:
Dann wird’s ein Hinweis.
Was sagt Mia dazu? (O-Ton aus dem Malteser-Yoga-Studio) 😌
„Also erstmal: Das ist kein Strecken. Das ist mein Morgenprogramm. Frauchen, du brauchst Kaffee. Ich brauche Popo-hoch.
Und wenn ich dabei stöhne, dann ist das akustisches Feedback – damit du weißt, dass ich professionell arbeite.“
2) Warum stöhnen Hunde beim Strecken? Genuss, Gewohnheit – oder doch „Aua“? 🤒
Es gibt Geräusche, die sind eindeutig.
Wenn Mia zum Beispiel eine Chipstüte rascheln hört, klingt ihr „Hmmm?“ wie ein juristischer Anspruch auf Beteiligung.
Aber dieses Stöhnen beim Strecken? Das ist ein ganz eigenes Kapitel.
Morgens, wenn sie sich aus ihrem Körbchen schält wie ein kleines Fellcroissant, kommt oft dieses tiefe:
„Uuufff…“
und ich schwöre, es klingt manchmal wie:
„Frauchen… ich bin eine ältere Dame in einem jungen Hundekörper.“
Nur:
Ist das einfach Wohlgefühl? Oder schon ein Hinweis auf Schmerzen?
Zeit für den nächsten Detektiv-Schritt.
🔬 Was sagt die Wissenschaft?
Ganz nüchtern betrachtet sind Laute beim Strecken erstmal nicht automatisch Schmerzlaute.
Beim Menschen kennen wir das auch:
Man streckt sich – und es kommt ein „Aaaah…“ raus, das mehr nach Wellness klingt als nach Notaufnahme.
Bei Hunden kann dieses Stöhnen mehrere Ursachen haben:
-
Entspannung: Der Körper löst Spannung, die Atmung geht hörbar raus.
-
Anstrengung: Manche Dehnpositionen aktivieren den Rumpf – das kann „kraftraubend“ wirken.
-
Kreislauf/Systemstart: Nach langem Liegen fährt das System hoch – inklusive Geräuschkulisse.
-
Erwartung: Manche Hunde „kommentieren“ Rituale. (Ja. Mia, ich meine dich.)
Und:
Dehnen kann tatsächlich Wohlgefühl auslösen, weil Muskulatur und Bindegewebe nach Ruhephasen wieder „in Bewegung“ kommen.
👉 Wichtig:
Wissenschaftlich lässt sich das Stöhnen allein nicht sauber als „gut“ oder „schlecht“ labeln – es ist Kontext + Begleitzeichen.
👨🏼⚕️ Was sagen Tierärzte?
Tierärzte schauen bei solchen Dingen weniger auf das Geräusch, sondern auf das Gesamtbild:
Unkritisch wirkt es oft, wenn…
-
der Hund sich streckt, stöhnt, und danach normal läuft.
-
der Hund insgesamt fit ist (Fressen, Trinken, Verhalten normal).
-
keine Berührungsempfindlichkeit an Rücken/Bauch da ist.
Medizinisch spannend wird es, wenn…
-
das Stöhnen neu ist oder deutlich häufiger wird.
-
der Hund morgens „kaum hochkommt“ und sich erst nach Minuten „einläuft“.
-
er beim Anfassen am Rücken/Hinterhand ausweicht, zuckt oder knurrt.
-
er „komische“ Haltungen häufiger einnimmt (vor allem zusammen mit Unruhe).
-
Magen-Darm-Symptome dazukommen (Übelkeit, Grasfressen, Erbrechen, Durchfall).
Und hier kommt der Klassiker, den viele nicht auf dem Schirm haben:
Die „Vorne-runter-Hinten-hoch“-Haltung kann – wenn sie nicht spielerisch ist – auch bei Bauchschmerz auftreten (die bekannte „Gebetshaltung“).
Da ist das Stöhnen manchmal eher ein „Mir ist nicht wohl“ als ein „Oh tut das gut“.
👉 Faustregel:
Ein einmaliges „Uff“ beim Strecken ist meistens harmlos.
Ein Muster aus Steifheit + Unruhe + weiteren Symptomen ist ein Grund, genauer hinzuschauen.
🧔🏼♀️ Was sagen Hundetrainer?
Trainer achten oft auf die feinen Begleit-Signale, weil die im Alltag schneller auffallen als ein „medizinischer Test“.
Sie sagen sinngemäß:
-
Stöhnen + weicher Körper + danach lockeres Laufen → häufig Wohlgefühl/Entspannung.
-
Stöhnen + angespannte Mimik + Lecken + Wegdrehen → eher Stress oder Unwohlsein.
-
Stöhnen + „Ich will nicht gehen“ + steifer Gang → kann körperlich sein (oder: „Ich verhandle“).
Und ja:
Manche Hunde nutzen das Stöhnen auch wie ein kleines Theaterstück.
So nach dem Motto:
„Du wolltest doch Drama zum Frühstück? Bitte sehr.“
Unsere Erfahrung mit Mia 🐶
Bei Mia klingt es oft so, als würde sie beim Strecken einmal die komplette Wirbelsäule „entknoten“.
Das Stöhnen wirkt eher wie ein Wohlfühl-Seufzer – vor allem, weil danach meist alles normal ist.
Aber:
Dass sie morgens so ungern hochkommt, gehört bei ihr auch zum Programm:
„Ich schlafe noch. Und jetzt? Wir gehen raus? In der Kälte? Ernsthaft?“
Und genau deshalb ist der Detektivblick für uns wichtig:
Wir schauen nicht nur auf den Stretch – sondern auf das, was drum herum passiert.
-
Wird sie danach schnell normal?
-
Hat sie Tage, wo sie deutlich steifer ist?
-
Zeigt sie sonst irgendwelche Signale (Bauch, Rücken, Appetit, Bewegung)?
So wird aus „Oh wie süß“ ein liebevolles, kluges Beobachten.
Was sagt Mia dazu?
„Also Frauchen: Das ist kein Stöhnen. Das ist ein professioneller Soundeffekt.
Damit du weißt: Ich strecke nicht aus Spaß – ich betreibe ernsthafte Körperpflege. 🧘♀️🐾
Und falls du’s nicht bemerkst: Ich kann auch lauter.“
- es ein bekanntes Ritual ist (schon lange so)
- der Körper weich wirkt und dein Hund danach normal läuft
- Appetit, Stimmung und Bewegung insgesamt stabil sind
- Strecken oder „Gebetshaltung“ plötzlich häufiger werden
- Magen-Darm-Probleme, Appetitverlust oder Unruhe dazukommen
- Steifheit, Lahmheit oder Schmerzreaktionen auftreten
3) Wenn Stretch plötzlich häufiger wird – Altersweisheit, Wintermodus oder doch ein Zeichen vom Körper? ⛄
Ich sag’s ehrlich:
Früher hab ich beim Strecken von Mia einfach gedacht:
„Süß. Hund macht Yoga.“
Heute denke ich eher:
„Okay… beobachten wir das mal.“
Nicht panisch. Nicht übertrieben. Aber aufmerksam.
Denn manchmal verändert sich so ein Stretch-Verhalten ganz leise:
Ein bisschen öfter morgens. Ein bisschen steifer beim Aufstehen. Vielleicht ein kleines Stöhnen mehr als früher.
Und genau da wird aus süßem Alltagsmoment ein kleiner Detektivfall.
👩🏼🔬Was sagt die Wissenschaft?
Aus der Tierphysiologie weiß man:
Mit zunehmendem Alter oder nach längeren Ruhephasen verändern sich:
-
Muskeltonus
-
Gelenkschmierung
-
Beweglichkeit von Faszien und Bindegewebe
Das ist kein Drama – sondern schlicht Biologie.
Viele Hunde „laufen sich ein“ wie wir Menschen auch. Morgens etwas steif, nach Bewegung wieder locker.
Gerade bei kleineren Hunden oder solchen mit empfindlichem Rücken kann Stretching helfen:
-
Muskeln zu aktivieren.
-
Gelenke geschmeidiger zu machen.
-
Bewegungskoordination zu verbessern.
Man kann sagen:
👉 Der Hund macht sein eigenes Warm-up.
Und ganz ehrlich:
Das ist vermutlich gesünder, als sofort loszurennen, ohne den Körper mitzunehmen.
🩺 Was sagen Tierärzte?
Hier wird es spannend – weil Tierärzte oft genau auf solche kleinen Veränderungen achten.
Typische Aussagen sind:
✔ Leichte Morgensteifigkeit ist normal – besonders bei älteren Hunden.
✔ Regelmäßiges Strecken nach Ruhephasen ist meist physiologisch.
✔ ABER: Zunehmende Steifheit kann ein Hinweis sein auf:
-
Arthrose oder Gelenkverschleiß
-
Rückenprobleme
-
Muskelverspannungen
-
selten auch internistische Probleme (z. B. Bauchbeschwerden)
Ein wichtiger Punkt:
👉 Wenn der Hund nach ein paar Minuten Bewegung wieder normal läuft, ist das meist beruhigend.
👉 Bleibt die Steifheit bestehen oder wird stärker → besser abklären.
Und da kommt wieder dieser Satz, den Tierärzt:innen oft sagen:
„Nicht das einzelne Verhalten ist entscheidend – sondern die Veränderung.“
🧑🏼 Was sagen Hundetrainer?
Trainer schauen oft nochmal aus einer anderen Perspektive:
Sie sagen häufig:
-
Stretching kann auch Stressabbau sein.
-
Manche Hunde regulieren sich damit selbst.
-
Auch Erwartung oder Unsicherheit können solche Bewegungen auslösen.
📝 Beispiel:
Hund weiß:
Gleich passiert etwas (Gassi, Besuch, Training). Der Körper wird aktiv → Stretch.
Oder:
Hund ist unsicher → kleine Selbstregulation.
Das sieht dann ähnlich aus wie körperliches Dehnen, hat aber eine emotionale Komponente.
Und ganz ehrlich:
Wer kennt das nicht?
Wir räumen die Küche auf, wenn wir nervös sind. Hunde strecken sich.
Unsere Erfahrung mit Mia 🐶
Bei Mia spielen wahrscheinlich mehrere Faktoren rein:
-
Morgenmuffel-Level: Profi 😄
-
Wintertemperaturen → weniger Lust aufzustehen
-
Ritualverhalten („erst Stretch, dann Welt“)
-
Und ja: vielleicht auch einfach ein bisschen Komfortbedürfnis.
Was ich spannend finde:
Wenn sie draußen ist, läuft sie normal. Kein Humpeln. Kein Ausweichen. Kein Schmerzsignal.
Das spricht aktuell eher für:
👉 Gewohnheit + Körperwarm-up + Charakter.
Und mal ehrlich:
Ich brauche morgens auch erstmal meine fünf Minuten Realitätspuffer.
Was sagt Mia dazu?
„Frauchen, ich bin nicht steif. Ich bin energiesparend organisiert.
Erst Stretch.
Dann Gassi.
Dann eventuell Frühstück.
Und wenn du mich hetzt, mache ich extra langsam.“
Und ganz ehrlich? Ich glaube ihr das. (Meistens.)
4) Gebetshaltung oder Spielverbeugung? Wenn Stretch plötzlich mehr bedeutet als „Ich hab Lust zu spielen“ 🧸
Es gibt Momente, da streckt sich der Hund – und man denkt:
„Ach süß, sie will spielen.“
Und dann gibt es Momente, da sagt das Bauchgefühl:
„Hm… irgendwie wirkt das anders.“
Genau das ist der Punkt, wo Strecken plötzlich nicht nur Bewegung oder Kommunikation ist, sondern eventuell ein Hinweis auf körperliches Unwohlsein.
Und ja – ich kenne das von Mia auch:
Wenn sie zu lange nichts gefressen hat oder ihr Magen etwas rebelliert, sieht das Stretching oft anders aus.
Mehr Lippenlecken.
Mehr Unruhe.
Mehr „ich weiß nicht wohin mit mir“.
Und das hat tatsächlich einen Hintergrund.
👩🏼🔬 Was sagt die Wissenschaft?
In der Tiermedizin spricht man bei der „Vorne runter – Hinterteil hoch“-Haltung manchmal von der Gebetshaltung (Prayer Position).
Die Haltung kann auftreten bei:
-
Magen-Darm-Unwohlsein
-
Sodbrennen/Übersäuerung
-
Bauchschmerzen
-
entzündlichen Prozessen im Bauchraum.
-
in seltenen Fällen ernsthaften Erkrankungen wie Pankreatitis.
Warum machen Hunde das?
👉 Durch diese Haltung verändert sich der Druck im Bauchraum.
👉 Manche Hunde empfinden das kurzfristig als entlastend.
👉 Es ist also eher eine Selbsthilfe-Position als ein Stretch im klassischen Sinn.
Und das erklärt auch DAS Mia-Phänomen dann ziemlich gut:
Wenn längere Futterpausen entstehen → Magensäure → Lippenlecken → Unruhe → Strecken.
Das ist tatsächlich ein bekanntes Muster bei empfindlichen Hundemägen.
🥼 Was sagen Tierärzte?
Tierärzte unterscheiden oft anhand der Begleitzeichen:
Eher Spielverbeugung:
-
lockerer Körper
-
wedelnder Schwanz
-
Blickkontakt
-
danach sofort Bewegung oder Spiel.
Eher Gebetshaltung (medizinisch relevant):
-
wiederholtes Lippenlecken
-
Grasfressen oder Schlucken
-
Unruhe oder Rastlosigkeit
-
gelegentlich Aufstoßen oder Würgen
-
Stretch ohne Spielkontext
Gerade Sodbrennen beim Hund ist gar nicht so selten – viele Hunde reagieren auf:
-
lange Futterpausen
-
fettreiche Mahlzeiten
-
Stress
-
empfindlichen Magen
Und meine Beobachtung bei Mia, dass ihr gesunde Leckerlis oder kleine Zwischenmahlzeiten helfen, passt hier ziemlich gut ins Bild.
👉 Wichtig:
Wenn solche Symptome häufiger auftreten, sollte man das tierärztlich abklären – nicht dramatisch, aber sinnvoll.
👩🏼🦰 Was sagen Hundetrainer?
Trainer bringen nochmal eine andere Perspektive rein:
Sie achten darauf, ob der Stretch emotional oder körperlich wirkt.
Typisch für „emotional“:
-
Hund schaut dich an
-
Körpersprache weich
-
Situation sozial (Begrüßung, Spiel)
Typisch für „körperlich“:
-
Blick nach innen gerichtet
-
kaum Reaktion auf Ansprache
-
wiederholte Stretch-Haltungen
-
zusätzliche Stresssignale (Lecken, Schlucken)
Ein interessanter Punkt aus der Verhaltensforschung:
👉 Hunde zeigen körperliches Unwohlsein oft subtil.
👉 Stretching kann eines der ersten Signale sein.
Nicht dramatisch – aber aufmerksam bleiben lohnt sich.
Unsere Erfahrung mit Mia 🐶
Bei Mia sehe ich mittlerweile ganz gut den Unterschied.
Wenn sie spielen will:
-
Popo hoch, Blickkontakt, Schwanz aktiv
-
danach meist direkt Aktion
Wenn der Magen zwickt:
-
Lippenlecken
-
leichte Unruhe
-
Stretch eher „ernsthaft“
-
manchmal Grasfressen draußen
Und genau das finde ich so spannend:
Hunde kommunizieren körperliche Dinge oft über Verhalten, bevor wir überhaupt etwas merken.
Und ja – manchmal hilft bei Mia wirklich einfach:
👉 kleine Zwischenmahlzeit
👉 magenfreundlicher Snack
👉 ruhiger Abend
Dann ist der Spuk meist vorbei.
Was sagt Mia dazu?
„Also erstmal: Wenn ich den Popo hochnehme, kann das Spiel sein. Oder ich mache gerade mein Yogaprogramm.
Kann aber auch heißen: Frauchen, mein Magen macht komische Geräusche.
Und nur mal so: Du wirst auch komisch, wenn du zu lange nichts isst.“
Da hat sie vermutlich nicht ganz unrecht.
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💓 Unser Fazit – Zwischen Yoga, Bauchgefühl und Hundeverstand
Je länger man mit einem Hund lebt, desto mehr merkt man:
Sie haben oft ein erstaunlich gutes Gespür für ihren Körper.
Während wir Menschen morgens manchmal eher „aus dem Bett stolpern“, den Kaffee im Halbschlaf suchen und hoffen, dass der Kreislauf schon irgendwie nachkommt, machen Hunde das erstaunlich clever:
👉 Erst strecken.
👉 Erst Muskeln aktivieren.
👉 Erst den Körper sortieren.
👉 Dann startet der Tag.
Ich erinnere mich noch gut an eine Hundeveranstaltung vor einigen Jahren. Ein sehr bekannter Trainer hatte dort sogar ein Bett auf der Bühne stehen und meinte sinngemäß:
„Stell dir vor, du würdest morgens einfach hochspringen und losrennen – dein Körper wäre gar nicht bereit dafür.“
Und genau das machen Hunde eben anders:
Sie geben sich diese paar Minuten. Ganz selbstverständlich. Ganz ohne Fitness-App, Tracker oder guten Vorsatz.
Und ehrlich gesagt:
Vielleicht könnten wir uns da manchmal eine Scheibe abschneiden.
Aber – und das ist mir durch Mia nochmal besonders bewusst geworden – nicht jedes Strecken ist gleich Entspannung.
Wenn sie morgens öfter leckt, unruhig wirkt, sich wiederholt streckt oder man merkt, dass der Magen vielleicht nicht ganz happy ist, dann lohnt sich ein zweiter Blick.
Nicht sofort Panik. Aber Aufmerksamkeit.
Denn Hunde sagen selten laut:
„Mir geht’s nicht gut.“
Sie zeigen es leise.
➡️ Über Verhalten.
➡️ Über Körpersprache.
➡️ Über kleine Veränderungen.
Und genau darin liegt eigentlich das Schönste am Zusammenleben mit ihnen:
Man lernt immer besser hinzusehen.
Bei Mia bleibt es zum Glück meistens beim klassischen Morgen-Yoga:
Ein tiefes Stöhnen, einmal Popo hoch, einmal Wirbelsäule durchsortieren –
und dann schaut sie mich an, als wollte sie sagen:
„So Frauchen… jetzt bin ich bereit für die Welt. Du auch?“
(Meistens eher nicht. Aber ich gebe mir Mühe.)
Und deshalb unser Fazit für euch:
👉 Lasst eure Hunde ruhig stretchen.
👉 Beobachtet Veränderungen liebevoll.
👉 Nehmt kleine Signale ernst – ohne gleich das Schlimmste zu denken.
👉 Und gönnt euch selbst vielleicht auch mal diese zwei Minuten bewussten Start in den Tag.
Unsere Hunde machen vieles instinktiv richtig. Wir dürfen manchmal einfach von ihnen lernen.
🧘♀️🐾 In diesem Sinne:
yogafreundliche Grüße, entspannte Morgenstarts und immer ein gutes Bauchgefühl…
Eure Mia & Andrea
von Welt auf vier Pfoten 💜🐾
🐾 Ausblick auf nächsten Sonntag – Langweilt sich mein Hund vielleicht manchmal?
Während wir uns diesmal ja intensiv mit Stretching, Körpersprache und den kleinen Signalen unserer Hunde beschäftigt haben, ist mir eine Frage hängen geblieben –
und vielleicht kennt ihr sie auch:
Was ist eigentlich mit den Momenten, in denen unser Hund scheinbar einfach nur… da ist?
Nicht krank.
Nicht auffällig.
Aber auch nicht wirklich interessiert.
Mia zum Beispiel spielt inzwischen deutlich weniger als früher.
Den Igel bringt sie mir zwar manchmal noch – aber wenn ich ihn werfe, schaut sie mich an, als wollte sie sagen:
„Du hast ihn geworfen. Also hol ihn bitte auch wieder.“
Und da frage ich mich manchmal:
👉 Wird sie einfach ruhiger, weil sie älter wird?
👉 Oder gibt es diese leisen Formen von Langeweile beim Hund?
👉 Und woran erkennt man sie überhaupt?
Genau darüber sprechen wir nächsten Sonntag.
🔬 Ein bisschen Wissenschaft.
🐶 Ein bisschen Alltag mit Mia.
Und vielleicht die eine oder andere Erkenntnis darüber, wie viel Beschäftigung wirklich gut tut – ohne unsere Hunde zu überfordern.
🐾 Mia meint dazu schon mal:
„Ich bin nicht gelangweilt. Ich bin selektiv motiviert.“
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