Hallo liebe Hundefreunde 🐾,
schön, dass ihr da seid. Setzt euch ruhig. Ich erzähl euch was. Und ja – es wird wieder so eine Geschichte.
Frohes neues Jahr euch allen – auf zwei und auf vier Beinen. Ich hoffe, ihr seid gut reingekommen. Mit Umarmungen, mit guten Wünschen und mit all den kleinen Ritualen, die für euch einfach dazugehören.
Ihr habt da ja so eine ganz besondere Jahreswechsel-Tradition. Da schaut ihr zurück, überlegt, was schön war, was anstrengend war und was im neuen Jahr vielleicht ein kleines bisschen besser laufen darf. Sehr menschlich alles. Und irgendwie auch ganz nett.
Und während ihr das so macht, habe ich mir gedacht:
Gut. Dann mache ich das jetzt auch. Immerhin bin ich sieben geworden.
Und ehrlich gesagt:
Mein Jahr war gar nicht schlecht.
🍖 Die Leckerli-Quote? Sehr ordentlich. Kann man durchgehen lassen.
🏝️ Ich hatte einen richtig guten Urlaub. Mit eigenem Garten.
👨👩👧👦 Ich war bei meinen Lieblingsmenschen.
🥽 Und ich bin sogar freiwillig schwimmen gegangen. Ganz von allein. Das war ein großer Moment für mich.
♥️ Es gab viele kuschelige Stunden, viele schöne Gassirunden und ja – auch diese eine Baustelle unter uns, die sehr laut war. Aber Frauchen war da. Immer.
Und wenn ihr Menschen schon diesen einen besonderen Tag habt, an dem ihr über euer Jahr nachdenkt, dann frage ich mich:
Warum gibt es das eigentlich nicht für Hunde?
Warum läuft im Fernsehen kein Jahresrückblick „Die besten Momente aus dem Hundeleben“?
🐕 Mit besonderen Hunden.
😋 Mit neuen Leckerlis, die erfunden wurden.
💪 Mit heldenhaften Taten und richtig guten Schnüffelstellen.
🥳 Oder eine kleine Hundesilvesterparty.
🦴 Mit vielen Leckerlis. Ganz ohne Knallerei.
Stattdessen gibt es Lärm. Sehr viel Lärm. Und Lichter am Himmel, die kurz schön sind und dann einfach verpuffen.
Ganz ehrlich:
Investiert das Geld doch lieber in Leckerlis. Das wäre mein Vorschlag.
Denn genau in dem Moment, in dem ich denke:
„Ich hab’s gewusst – irgendwas hat nach Weihnachten noch gefehlt“, beginnt sie wieder.
Diese Zeit, in der Spaziergänge plötzlich Verhandlungssache sind, Menschen aufgeregt in den Himmel schauen und Hunde überlegen, ob sie vielleicht einfach bis nächstes Jahr im Flur bleiben sollten.
Und dann weiß ich:
Jetzt geht es wieder los.
Der 29. Dezember – wenn normal plötzlich nicht mehr normal ist 🐾
Ich war ganz normal mit meinem Frauchen draußen. Wirklich ganz normal. Schnüffeln, gucken, gedankenfrei sein. Also so gedankenfrei, wie man als Hund eben sein kann. Ich hatte noch nicht einmal entschieden, welches Gras heute besonders interessant ist. Das passiert mir sonst eher selten.
Ich war gerade dabei, meine gewohnten Grünstellen zu überprüfen. Man will ja wissen, was die Hundekumpels so treiben. Weihnachten war schließlich gerade erst vorbei. Da hinterlassen Hunde wichtige Nachrichten. Wer was bekommen hat. Leckerlis? Knochen? Stofftiere? Aha. Alles klar. Ordentlich. Das geht für meine Verhältnisse völlig in Ordnung.
Ich persönlich kann mich übrigens auch nicht beschweren. Mein Stoffigelchen hat einen neuen Freund bekommen, dazu feine Leckerlis von Oma und Opa und natürlich auch ein paar Knochen von Frauchen. Weihnachten war gut. Heiligabend finde ich sowieso sinnvoll. Lieblingsmenschen um einen herum, Geschenke, Nähe. Das hat Struktur. Damit komme ich klar.
Und dann – 💥
BÄMM.
Eine Straße weiter. So richtig.
Ich blieb stehen. Nicht aus Trotz. Nicht aus Drama. Sondern weil mein Körper beschlossen hatte, dass Explosionen im Wohngebiet eine spontane Lagebesprechung erfordern. Ich schaute Frauchen an. Frauchen schaute mich an. Dieser Blick sagte alles.
„Hast du das gehört?“
„Leider ja.“
„War das nötig?“
„Offenbar schon.“
In dem Moment fiel es mir wieder ein. Mist. Dieser eine Tag. Beziehungsweise diese eine Zeit. Weihnachten vorbei, Besinnlichkeit erledigt – und jetzt eskaliert die Menschheit wieder, weil ein neues Jahr kommt.
Ich meine:
Klar. Neues Jahr ist schön. Freue ich mich auch. Wirklich. Aber muss man das mit so einem Krach feiern?
Überall hängen ja diese Schilder:
„Böllerverkauf ab 29.12.“
Eine spannende Information. Für Menschen.
Wir Hunde hätten uns eher über ein Schild gefreut mit:
„Achtung: Ein Teil der Menschheit eskaliert jetzt wieder, weil das alte Jahr weg ist und das neue laut begrüßt werden muss.“ 🎇
Wobei man fair sein muss:
Es sind ja längst nicht alle Menschen. Frauchen findet das auch nicht gut. Und viele von unseren Gassifreunden auch nicht. Die meisten mit Tieren kaufen sowas gar nicht mehr, weil sie wissen, was das für uns bedeutet. Aber ein paar reichen eben schon. Und einer davon hatte offensichtlich gerade beschlossen, das neue Jahr sehr früh und sehr laut zu begrüßen.
Ich war jedenfalls komplett rausgerissen. Gerade hatte ich noch vermutet, dass mein Kumpel Charlie, der ein paar Straßen weiter wohnt und den ich schon länger nicht gesehen habe, mir vielleicht eine wichtige Nachricht hinterlassen hat. So was wie: „Treffen wir uns mal wieder?“ Oder „Ich hab neue Leckerlis.“ Und zack – Knall. Stillstand. Herz kurz schneller. Blick zu Frauchen.
Und da war es wieder dieses Gefühl:
Ich hab’s gewusst. Dieser Tag ist wieder da.
Der 29. Dezember. Der offizielle Beginn der Zeit, in der draußen plötzlich nichts mehr berechenbar ist.
Gassi-Gespräche und sehr zitternde Schnauzen 🐾
Ein paar Schritte weiter trafen wir eine Gassifreundin mit ihrem Minischnauzer. So eine Begegnung, bei der man normalerweise kurz stehen bleibt, ein bisschen schnüffelt, vielleicht innerlich Notizen austauscht und dann gemütlich weitergeht. Normalerweise.
Frauchen sagte:
„Na toll, jetzt geht das wieder los.“
Die Gassifreundin seufzte. Dieses tiefe, müde Seufzen, das sagt:
Ja. Genau das habe ich auch gerade gedacht. Und ich hatte kurz gehofft, ich bilde mir das alles nur ein.
Ihr Minischnauzer zitterte bereits am ganzen Körper. Nicht aus Freude, nicht aus Übermut – und ja, es war kühl – aber vor allem, weil draußen Dinge passierten, die man als Hund einfach nicht logisch einordnen kann. Dinge, bei denen man sehr ernsthaft darüber nachdenkt, ob man wirklich noch weitergehen möchte oder ob Zuhause nicht doch die bessere Option wäre.
Und das alles bei hellem Tageslicht. Mitten am Nachmittag. Zu einer Uhrzeit, zu der man normalerweise entspannt unterwegs ist, vielleicht noch eine zweite Runde dranhängt oder zumindest ausreichend Zeit hat, in Ruhe die neuesten Hundennachrichten zu lesen. Wer war wo, wer hat was bekommen, wer war schon wieder frech.
Stattdessen wurden Dinge gezündet, die sich anhörten, als würde jemand ganz bewusst testen wollen, ob Häuser wirklich so stabil sind, wie Menschen immer behaupten. Ein Knall nach dem anderen. Kurz. Hart. Unberechenbar. Genau die Art von Geräuschkulisse, bei der man weder entspannt schnüffeln noch konzentriert Nachrichten lesen kann.
Der Minischnauzer machte jedenfalls keinen Hehl daraus, was er davon hielt.
Sein Blick sagte ziemlich klar:
Können wir das hier abkürzen? Ich wäre bereit für die Schnellvariante. Pipi, fertig, Couch.
Ich stand daneben, hörte zu und dachte mir nur:
Ah. Dieses Jahr also wieder mit Frühstart.
Und mit Gassirunden, bei denen man sich einig ist:
Heute lieber kurz, effizient und möglichst zügig zurück in die sichere Zone.
Wenn selbst der Spaziergang verhandelbar wird 🐾
Am 29. Dezember war draußen zunächst noch alles halbwegs normal. Nachmittags zumindest. Also so normal, wie es eben sein kann, wenn plötzlich irgendwo ein Knall auftaucht, der da eigentlich nicht hingehört. Ich war kurz irritiert, Frauchen auch, aber wir sind weitergegangen. Man merkt sich so etwas ja erst mal nur ab.
Richtig unangenehm wurde es dann abends, als es dunkel war.
Wir wollten noch einmal raus. Keine große Runde, kein Genuss-Gassi – einfach noch mal kurz vor die Tür. Aber kaum waren wir draußen, wusste ich: Nee. Das hier fühlt sich nicht gut an. Es war dunkel, am Himmel blitzten schon Lichter, und irgendwo krachte es wieder. Diesmal näher.
Viel näher.
Ich blieb stehen.
Ganz plötzlich.
Bremse rein.
Nicht dieses vorsichtige Zögern. Sondern dieses klare:
Bis hierhin und keinen Schritt weiter.
Frauchen versuchte es erst noch sanft. Ein paar Schritte. Ein gutes Zureden. Aber ich hatte mich entschieden. Heute nicht. Nicht hier. Nicht bei dem Krach. Das war kein gemütlicher Abendspaziergang mehr, das war eindeutig Gefahr-Modus.
Und Frauchen kennt mich.
Sie sagte dann diesen Satz, den ich sehr gut verstehe:
„Mia, schnell Kacka, Pipi machen.“
Das funktioniert übrigens wirklich. Immer.
⛈️ Bei Gewitter.
🌧️ Bei Unwetter.
Und bei dieser speziellen Jahreszeit.
Ich schnüffle dann nicht mehr. Ich lese keine Nachrichten. Ich diskutiere nicht. Ich suche mir sofort einen geeigneten Platz, erledige alles in Rekordzeit – und dann geht’s im Zickzack nach Hause. Rennen. Ziehen. Fluchtmodus.
Frauchen kommt dabei kaum hinterher. Ich glaube, sie fliegt eher an der Leine, während ich mir denke:
Gefahr erkannt. Abbruch. Rückzug.
Und genau dieses Gefühl blieb.
Der 30. kam.
Der 31. auch.
Ab da lief alles nach einem neuen Prinzip:
kurz raus, erledigen, zurück.
Keine Extras, keine Umwege, keine gemütlichen Runden. Draußen war nichts mehr einfach nur draußen. Und ich hatte absolut keine Lust, darüber zu verhandeln.
Drinnen war es dann ruhiger. Zumindest theoretisch.
Ich lag auf meinem neuen, weichen Fell. Eigentlich wollte ich ein genüssliches Schläfchen halten. Genau dafür ist so ein Fell schließlich gedacht. Aber manche Explosionen rissen mich sogar aus dem Schlaf. Die Fenster klirrten, der Boden vibrierte, und mein Körper war schneller wach, als ich „Leckerli“ denken konnte.
Ich rückte näher an Frauchen heran.
Und dann noch ein Stück.
Nur zur Sicherheit.
So nach dem Motto:
Du bist noch da, oder?
Frauchen war da.
Das reichte.
Auch wenn draußen alles andere als normal war.
Silvesterabend – auf dem Weg in den sicheren Hafen 🐾
Am Silvesterabend fuhren wir dann zu meiner Hundeoma und meinem Hundeopa. Frauchens Eltern. Nach Oberasbach. Allein diese Fahrt fühlte sich schon ein bisschen nach Rettungsaktion an.
Ich war… anders.
Überdreht.
Als müsste ich alles gleichzeitig loswerden, was sich über mehrere Tage angesammelt hatte.
Ich machte Geräusche. Viele. Geräusche, die sich anhörten wie eine Mischung aus Bericht, Beschwerde und sehr persönlicher Stellungnahme. Frauchen verstand kein Wort – aber ich glaube, sie wusste trotzdem genau, was ich meinte.
Und dann sah ich sie.
👵 Oma.
👴 Opa.
Und beschloss, mich sehr zu freuen.
Ich wälzte mich über den Boden, als hätte ich jahrelang darauf gewartet. Hielt jeden erreichbaren Moment meinen Hintern zum Kraulen hin. Mehrfach. Man weiß ja nie, wie lange gute Momente halten, also sollte man sie gründlich nutzen.
Hier war mein sicherer Hafen. Das spürte ich sofort.
Später gingen wir zusammen essen. Zum Griechen. Eigentlich eine schöne Sache. Eigentlich.
Es war laut. Drinnen Stimmen, draußen Knaller. Ich saß da und dachte mir nur:
Wir könnten auch einfach wieder heimgehen. Nur so als Idee.
Ich versuchte es diplomatisch und positionierte mich strategisch bei Opa. Nähe. Blick. Hoffnung. Aber nein. Kein griechisches Essen für mich. Nur ein kleiner Knochen.
Ich hätte mir natürlich etwas Größeres vorstellen können. Aber gut. Man muss lernen, mit Enttäuschungen würdevoll umzugehen. Sagt Frauchen zumindest immer.
Zurück im Haus war ich wieder voll dabei.
Und mit voll dabei meine ich:
bei allem.
Ich ließ niemanden in Ruhe. Oma. Opa. Frauchen. Frauchens Freund. Alle wurden regelmäßig mit der Pfote angetippt. Immer wieder. Fürs Protokoll.
Kraulen.
Jetzt.
Danke.
Ich wollte sicherstellen, dass niemand vergisst, dass ich da bin. Und dass Nähe gerade sehr wichtig ist.
Dann wurde es zwölf 🕛
Meine Lieblingsmenschen umarmten sich. Wünschten sich Glück, Gesundheit und ein gutes neues Jahr. Große Worte. Viel Gefühl. Wobei „Lieblingsmenschen“ nicht ganz vollständig ist.
Mein Menschenbruder und seine Freundin waren nicht da. Die Urlaubsgang auch nicht.
Ich glaube, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn sie alle da gewesen wären.
Offenbar ist das ein weiteres Menschenritual:
Man feiert gemeinsam – aber nie komplett.
Mir sagten sie:
„Bleib gesund, Mia. Und lebe noch ganz lange.“
🐶 Ich nickte höflich.
Menschen sagen solche Dinge gerne genau dann, wenn es draußen besonders laut wird. Als müsste man das ausgleichen.
Denn draußen explodierte der Himmel. Wieder. Laut. Hell. Viel zu viel von allem.
Ganz ehrlich:
Wenn ihr schon Dinge in die Luft werft, dann werft Leckerlis.
Die dürfen krachen. Aber sie sollten essbar sein und vor meinen Pfoten landen. Dann hätte Silvester wirklich Charme.
So saß ich da, mitten im Menschenritual, zwischen Umarmungen, Geräuschen und guten Wünschen – und war trotzdem genau dort, wo ich sein wollte.
Im sicheren Hafen. 🐾💚
Mias Fazit 🐾
Als wir später wieder nach Hause kamen, war ich einfach nur müde.
Nicht dieses gemütliche „Ich leg mich mal hin“, sondern dieses tiefe „Jetzt reicht’s für ein paar Tage“-müde.
Ich habe geschlafen. 💤
Viel..............Und dann noch ein bisschen mehr.
Manche Tage brauchen eben länger, bis sie verarbeitet sind. Und manche Nächte fühlen sich für Hunde einfach anders an als für Menschen.
Silvester ist für euch ein Neubeginn. Für mich ist es eher etwas, das man hinter sich bringt –
am besten mit Nähe, einem sicheren Ort und dem Wissen, dass jemand da ist, wenn draußen alles laut wird.
In diesem Sinne:
Ich bin jetzt erst mal wieder da, wo ich hingehöre.
Auf meinem Platz.
Neben meinem Frauchen.
Mit geschlossenen Augen.
Eure müde Mia 🐾
von Welt auf vier Pfoten
Und falls ihr euch fragt:
Nächste Woche erzähle ich euch wieder was. Ganz bestimmt. 💚
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